Lese-Empfehlung SZ: Wenn Unternehmen sich nackt machen sollen.

Unternehmen haben nicht den Ruf, die mutigsten zu sein, wenn es darum geht, eine gesellschaftliche Position zu vertreten. Aber: Es zahlt sich aus. Der Werte-Index ermutigt seit 2008 Unternehmen, zum Einen, eigene Werte zu haben – und zum Anderen, konsequent dazu zu stehen. Und wer glaubt, Unternehmen hätten ausschließlich den Auftrag, Dinge zu verkaufen, und nicht Politik zu machen, der irrt. Das ist wunderbar zusammengefasst in diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Denn es geht auch darum, welche Dinge verkauft werden und wie das geschieht. Und jedes Produkt kann auch als Statement der Wert-Haltung verstanden werden, vor allem, wenn man sich ansieht, wie die Produkte vermarktet werden. Gerade vor den aktuellen gesellschaftlichen Hintergründen (Stichworte: Fake News, schwindendes Vertrauen in Politik und Medien – siehe auch im Blog-Beitrag zu den aktuellen Ergebnissen des Edelman Trust Barometers) kommt Unternehmen die Rolle zu, gesellschaftliche Standpunkte zu debattieren und Impulse für die Weiterentwicklung des Diskurses zu geben. Und das geht weit darüber hinaus, auf Konsumentenbedürfnisse nach Nachhaltigkeit oder Transparenz bloß zu reagieren. Nein – es geht darum, selbst in die Debatte einzusteigen, was wünschenswert ist und was nicht. Den Diskurs zu wagen, sich verletztlich oder gar nackt zu machen – darüber aber auch an Glaubwürdigkeit, Authentizität und Augenhöhe zu gewinnen. Anlass und Gelegenheit dafür gibt es dafür ausreichend: Automatisierung, Digitalisierung, soziale Polarisierung, Krypto-Ökonomie, Datenschutz, Grundeinkommen – für all diese Themen wurde noch keine „Wahrheit“ erstritten und ausdiskutiert. Einmal mehr ermutigen wir Unternehmensentscheider dazu: Take a stand! Bezieht Stellung!

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