Werte als Kompass – Der Innenraumgestalter und Küchenspezialist Bulthaup setzt auf wertbasierte Unternehmensführung

Unternehmen ohne Werte – das klingt wenig sympathisch und vertrauenstiftend. Doch als Unternehmen Werte zu kommunizieren ist das eine, sie aktiv zu leben die eigentliche Herausforderung.

Marc O. Eckert, Bulthaup Geschäftsführer und Enkel des Gründers, spricht im Interview mit Dominic Veken in der aktuellen Ausgabe des Philosophiemagazins Hohe Luft, warum Wertorientierung maßgeblich zum Erfolg von Unternehmen beiträgt. Statt unendliche Steigerungslogik à la „höher, schneller, weiter“ zu bedienen, geht es vielmehr darum auf die Werte von Menschen einzugehen. Statt kurzfristiger Bedürfnisbefriedigung über Rabattschlachten, sollte laut Eckert lieber auf eine langfristige Beziehung zu Mensch und Kunde gesetzt werden.

Marke und Konsument müssen wertekonform sein

Die Werte des Unternehmens bzw. der Marke kommunizieren eine Haltung, mit der Konsumenten sich identifizieren müssen. „Nur wenn die Kunden das Gefühl haben, dass die Marke mit ihrer Haltung die gleichen Werte hat wie sie selbst, dann entsteht echte Loyalität, dann entsteht eine langfristige Bindung“, so Eckert im Interview. Für Bulthaup übersetzt heißt dies – auf Beständigkeit und Glaubwürdigkeit der Marke zu setzen. Qualität und Zeitlosigkeit zu verfolgen, dabei jedoch auch zeitgemäß und innovativ zu sein ist ein Balanceakt, der Bulthaup gelingt. „Klarheit“ und „Purismus“ sind Aspekte, die Kunden an Bulthaup schätzen.

Werte von innen (be-)leben

Für Eckert ist es dabei zentral, dass die Wertekultur des Unternehmens von innen aufrechterhalten und immer wieder neu belebt wird. Nur durch regelmäßige Pflege, bleiben Unternehmen achtsam auf ihr Umfeld. „Unternehmen sterben niemals von außen, sondern immer nur von innen. Wenn das Werteverständnis diffus wird, wenn die Klarheit und die Konsequenz verloren gehen und eine Beliebigkeit entsteht, dann geht der Kompass, der Anker verloren.“

Welche Werte ein Unternehmen lebt hängt laut Eckert vom Unternehmensgründer ab. Er ist der „Daseinszweck“ und prägt die Wertekultur maßgeblich. Das mag auf den ersten Blick nicht überraschen, kann aber gravierende Folgen haben, wenn der Gründer das Unternehmen verlässt.

Für Bulthaup setzt Eckert daher alles daran, das Wertkultur innerhalb des Unternehmens vergleichbar einem Uhrwerk betrieben wird, das nach den aufgestellten Werten tickt. Die Übereinkunft aller Beteiligten ist hier die Erfolgsformel: freiwillig und überzeugt sollen alle die definierten Werte leben und beleben.