“Warum die Zeit für Ethik reif ist.” – Christian Thunig über ethisches Wirtschaften

Bildschirmfoto 2017-08-06 um 17.45.08Christian Thunig, Chefredakteur der absatzwirtschaft, teilt dieser Tage Gedanken zum ethischen Wirtschaften mit seinen Followern. In seinem Statement „Warum die Zeit für Ethik reif ist und die Zeit der Täuschung vorbei sein sollte“ dekliniert er auf kurzem Wege, warum ethische Prinzipien zur tragenden Säule zukunftsfähigen Wirtschaftens werden. Gerade die aktuelle Affäre rund um deutsche Automobilhersteller zeigt für Thunig klar: „Die Gesellschaft ist es leid, betrogen zu werden.“. Eine Chance sieht er in der wachsenden Digitalisierung, durch die auch eine kollektive gesellschaftliche Kontrolle möglich wird. Und, für Thunig ist eindeutig: „Konsumenten fordern moralisch richtiges Handeln ein.

Ethisches Wirtschaften bildet für ihn die Grundlage für Vertrauen, währenddessen Vertrauen exakt jenes Schmiermittel ist, die die globale Wirtschaftsmaschine braucht, um zu laufen. Aktuell seien die Vertrauenskonten aber „leergeräumt“ – jetzt geht es für Unternehmen und Politik darum, diese Konten wieder aufzufüllen.

Dass das gelingt, darüber zeigt sich Thunig optimistisch. Und er zitiert dafür den Historiker Paul Nolte: „Wenn die Zeichen nicht täuschen, dann sammelt sich (…) eine Generation „Reform“. Sie erhebt den Anspruch, nicht beiseite zu stehen, sondern sich einzumischen und Verantwortung zu übernehmen.

Es sind für Thunig gerade seine Erfahrungen mit Beratern und Führungskräften, die ihm zeigen: Es geht um „Mehr“. Und weiter: „Vielfach drückt sich das darin aus, dass vermehrt Wohlhabende der Gesellschaft etwas zurückgeben möchten (oder die Mittelschicht Flüchtlingen hilft). Bei vielen Entscheidern und Führungskräften hört man genau diese Formulierung zunehmend.“ Und gerade deshalb funktioniert Business-as-usual genauso wenig für die Konsumenten wie für die Führungskräfte.

Thunig sieht bereits mannigfaltige Anzeichen, dass das Bedürfnis nach ethischem Verhalten in der Wirtschaft bereits Resonanz findet: „Und die Unternehmen? Sie reagieren. Die Unternehmen scheinen etwas gespürt zu haben, von diesen Sinnbedürfnissen und moralischen Überlegungen der Kunden.“ Das beobachten auch wir: Gerade in der Recherche für den Werte-Index 2018 zeigt sich einmal mehr – es gibt schon viele Best Practices, von denen man lernen kann.