Millenials – hip, aber undemokratisch?

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Während sich die Welt gerade an einen amerikanischen Präsident Trump gewöhnt, wird sie sich in Zukunft mit einem der dahinterliegenden Gründe auseinandersetzen müssen: Die jungen Generationen lassen sich für die Demokratie und demokratische Teilhabe immer weniger begeistern. Ginge es nach den jungen Wählern, würden wir nun in einer Welt leben, in der Hillary Clinton US-Präsidentin wäre und der Brexit nicht mehr als ein Schlagwort des vergangenen Jahres wäre. Allein – unter den Jungen fand sich in beiden Fällen eine signifikant niedrigere Wahlbeteiligung als unter den älteren Wählerschichten.

Dem Phänomen des Desinteresses an der Demokratie geht auch dieser Artikel im WEForum nach: „New research warns that democracy’s fan base is shrinking, especially among younger people.“, so ein Fazit. Dabei bezieht sich Autor Keith Breene auf umfassende internationale Vergleichsstudien aus den 1990er-Jahren sowie aus den 2010er-Jahren. Das Ergebnis ist über die verschiedenen Nationen erschrecken ähnlich: Die expliziten Fürsprecher der Demokratie werden weniger, je jünger die Befragten. Antworten rund drei Viertel der in den 1930er-Geborenen in UK und den USA, dass sie es für „essentiell erachten, in einer Demokratie zu leben“, sind es bei den in den 1980er-Geborenen nur 25 Prozent. Diese Phänomen lässt sich auch nicht auf einen sogenannten Kohorteneffekt, d. h. dass die Zustimmung mit der jugenlichen Lebensphase zu tun hat. Dann müssten die Unterschiede zwischen Jungen und Alten über die Jahre hinweg annähernd gleich sein. Das sind sie aber nicht: In den USA betrug dieser „Political Apathy Gap“ 1990 noch 10 Prozent, im Jahr 2010 aber bereits 26 Prozent.