Kulturelle Konnektivität per App? – pretzelapp macht es vor.

Bildschirmfoto 2017-11-06 um 13.02.03 Bildschirmfoto 2017-11-06 um 13.01.57Auf One-to-One-Kontakte setzt die Social-Discovery-App Pretzel. Pretzel bringt Menschen zusammen, die von einander lernen wollen: Wer seine Fremdsprachenkenntnisse aufpolieren möchte, wird mit einem Native Speaker verbunden. Über kurze Video-Clips werden Nachrichten ausgetauscht, die zum besseren Verständnis auch öfters abgespielt werden. Über das gleiche Prinzip lässt sich aber auch von Einheimmischen erfahren, wo man in einer Stadt abseits der üblichen Spots wirklich gut essen kann. Wir haben mit den Gründern Markus Winkler und Mary Bakarich gesprochen, um herauszufinden, wie technologische Konnektivität auch zu kultureller Konnektivität führen kann.

Es gibt unzählige Apps, um Sprachen zu lernen. Was macht Pretzel so besonders?  

Wir sind die App, die nach dem Sprachkurs kommt. Wir fokussieren auf Leute, die eine Fremdsprache schon können und ihre Fähigkeiten aufpolieren wollen. Wer einen Sprachkurs macht, verbringt dabei seine Zeit üblicherweise nur zu drei Prozent, um tatsächlich zu sprechen. Du kannst nachher zwar die Sprache theoretisch, aber in der Praxis tun sich die meisten sehr schwer damit. Hier kommen wir ins Spiel.

Bildschirmfoto 2017-11-06 um 13.05.52Pretzel ist also die App, mit der man lernt, eine Sprache auch tatsächlich zu sprechen. Welche Bedürfnisse der User stehen dabei im Fokus?

Wir haben folgende Probleme beim Erlernen einer Sprache identifiziert: Es ist schwer, einen Übungspartner zu finden. Und noch schwerer ist es, in der Sprache zu bleiben und nicht ständig zu wechseln, sobald man ein Wort nicht weiß. Und am schwersten ist es, ständig um eine Wiederholung zu fragen, wenn man etwas nicht versteht. Man möchte ja den Anderen nicht nerven und auch nicht blöd dastehen. Und letztendlich möchte man sich auch gerne revanchieren. Das ist alles in unser Konzept eingeflossen.

Wie schafft es Pretzel, hier behilflich zu sein?

Pretzel hat eine Reihe von Features, die das Lernen und Kennenlernen einfacher und bequemer machen. Zum Einen vermitteln wir nur Leute, bei denen eine gewisse Grundsympathie herrscht. Unsere User wählen sich gegenseitig aus. Die Sprache, um die es geht, ist festgelegt. Man weiss gar nicht, welche Sprachen das Gegenüber sonst noch spricht – daher kann man auch gar nicht ausweichen. Die aufgezeichneten Video-Nachrichten haben ein maximales Limit von 15 Sekunden. Das heißt, die Sprach-Häppchen, die es zu verstehen gilt, bleiben leicht verdaulich. Die Videonachricht kann beliebig oft wiederholt werden, ohne jemanden zu nerven. Das Ganze bleibt locker und stressfrei. Mit dem Ping-Pong-Prinzip stellen wir sicher, dass tatsächlich eine Konversation am Laufen bleibt. Die Zeitlimitierung auf maximal 15 Sekunden erleichtert auch die Situation für den Native-Speaker.

Wie sieht das bei Tipps und Empfehlungen für die Urlaubsdestination aus?

Bei der Anwendung für Reisen in eine fremde Stadt, gelten ähnliche Benefits. Der große Vorteil ist, dass Du über Video Dein Gegenüber gut einschätzen kannst. Der andere kann sein Alter und sein Geschlecht nicht faken. Das ist beispielsweise für Frauen, die alleine reisen, ansonsten ein Problem. Und Du bekommst zumindest einen kleinen Eindruck von der Persönlichkeit des Anderen. Zum Beispiel auch wie leidenschaftlich oder überzeugt er über die Bar spricht, die er empfiehlt.

Wie wichtig ist für Pretzel, dass aus den Video-Kontakten auch Beziehungen im analogen Leben entstehen? Dass man sich zum Beispiel tatsächlich mit seinem Gesprächspartner in der neuen Stadt trifft?

Dass sich aus den Begegnungen auf Pretzel auch Beziehungen in der analogen Welt ergeben, ist kein deklariertes Ziel von Pretzel. Uns geht es um kurze Konversationen über Video. Natürlich können sich über Pretzel Real-World-Beziehungen ergeben. Aber das überlassen wir unseren Usern. Unsere Erkenntnis aus dem Boom von Dating-Apps wie Tinder vor zwei Jahren lautet jedenfalls: Diese  Apps können gut Kontakte herstellen, garantieren aber keinesfalls großartige Treffen und Beziehungen in der echten Welt.

Markus Winkler und Mary Bakarich  haben für mehrere Jahre zusammengearbeitet bevor sie Ihr erstes Unternehmen, Pretzel, gegründet haben. Sie haben ihre ergänzenden Talente – Markenstrategie und Programmierung – kombiniert und die letzten Jahre an der Entwicklung der App gearbeitet. Beide sagen dass Ihr größter Vorteil bei der Entwicklung einer App für kulturelle Entdeckungen ihre persönliche Hintergrundgeschichte ist. Winkler ist Österreicher und Bakarich ist Amerikanerin. Beide sprechen mehr als seine Sprache und lieben es, im kulturellen Schmelztiegel der Welt, New York, zu leben.