Amazon als netter Nachbar.

Bildschirmfoto 2017-06-29 um 21.10.02Amazon hat in Seattle ein neues Gebäude bezogen – aber nicht alleine. Denn die Hälfte des sechsgeschossigen Gebäudes überlasst Amazon nun dauerhaft einer Obdachlosen-Einrichtung. Circa 65 Familien oder 220 Menschen sollten hier ein Dach über den Kopf finden.

Begonnen hat dieses Engagement mit einem temporären Ansatz: In einem alten Motel, das sich auf dem Grund, das Amazon erwarb, befand, gewährte man der Obdachlosen-Einrichtung Mary’s Place einen Unterschlupf.

Mit diesem Schritt sorgt Amazon auch wieder für positive Schlagzeilen, nachdem der Konzern unter anderem auch für seine Real-Estate-Strategien in Seattle kritisiert worden war, wie die NY Times berichten. Amazon fördere die Gentrifizierung, außerdem beklagte man ein fehlendes „Civic Engagement“, das von Unternehmen in dieser Größenordnung in den USA erwartet. Nun gibt es eine Reihe von anderen Unternehmen, die sich unter anderem für Obdachlose einsetzen. Was bei Amazons Schritt so bemerkenswert ist, ist die Integration der Obdachlosen-Unterkunft in das eigene Bürogebäude. Die Obdachlosigkeit in Seattle ist ein deklariertes Problem der Stadt – Amazon zeigt sich als Teil der Lösung. Unzweifelhaft wird diese Maßnahme auch Auswirkungen auf die unmittelbare Nachbarschaft und die Bewohner der Unterkunft selbst haben. Offensichtlich ist man um eine Positionierung auf Augenhöhe bemüht. Obdachlose werden nicht verdrängt, sondern zu Nachbarn gemacht.“Too often, homelessness gets pushed to the other side of the tracks,”, wird im Artikel der NY Times ein Vertreter einer Obdachlosen-Organisation zitiert. Und: “Keeping them as neighbors is nice.”

Picto: Peter van Driel/Good Neighbourhood